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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/soll-ich-mein-kleinkind-gegen-fsme-impfen-lassen

Stand: 10.09.2026 · Version 5

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Impfen

Soll ich mein Kleinkind gegen FSME impfen lassen?

Was tun?Moderate EvidenzAlter: 12 bis 36 MonateGeprüft am 10. September 2026

Das hängt davon ab, wo ihr wohnt und wohin ihr fahrt: Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis für Menschen, die in einem ausgewiesenen Risikogebiet gegenüber Zecken exponiert sind, in Deutschland wie im Ausland, und die Kinderimpfstoffe sind ab einem Jahr zugelassen. Bei Kindern verlaufen die Erkrankungen im Allgemeinen leichter als bei Erwachsenen, schwere Verläufe kommen aber auch bei ihnen vor, und im Einzelfall lässt sich der Verlauf nicht vorhersagen.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Was nachweislich hilft

Ob dein Kind gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft werden soll, hat keine Antwort, die für alle Kinder gleich ausfällt. Sie hängt an der Landkarte.

Moderate Evidenz#a1

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis als Indikationsimpfung für Personen, die in ausgewiesenen Risikogebieten gegenüber Zecken exponiert sind. Sie ist keine Standardimpfung des Impfkalenders.

Quellen: STIKO / RKI 2026, RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a2

Eine Impfempfehlung gilt außerdem für Reisen mit möglicher Zeckenexposition in Risikogebiete außerhalb Deutschlands. In der Tabelle der Impfempfehlungen steht dafür eine eigene Indikationsgruppe für Reisende.

Quellen: STIKO / RKI 2026, RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a3

Ein Kreis wird vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen, wenn die Zahl der übermittelten Erkrankungen in mindestens einem Fünfjahreszeitraum im Kreis oder in der Kreisregion signifikant höher liegt, als bei einer Erkrankung pro 100.000 Einwohner zu erwarten wäre.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a4

Nach dem Stand von Januar 2026 sind 185 Kreise als Risikogebiete ausgewiesen.

Quellen: RKI 2026, RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a5

Die Risikogebiete liegen vor allem in Baden-Württemberg, in Bayern, im südlichen Hessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen, im südöstlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen.

Quellen: RKI 2026, RKI 2025

Einspruch oder Ergänzung

Die Karte ändert sich. Sie wird jedes Jahr neu berechnet, und wer vor drei Jahren nicht in einem Risikogebiet wohnte, kann heute darin wohnen.

Moderate Evidenz#a6

Für 2026 sind zwei Kreise neu als Risikogebiete hinzugekommen: der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Wenn ihr in einem Risikogebiet wohnt oder dorthin reist, ist die Impfung möglich, sobald dein Kind ein Jahr alt ist.

Moderate Evidenz#a7

In Deutschland sind zwei Impfstoffe für Kinder zugelassen, FSME-IMMUN 0,25 ml Junior für Kinder von 1 bis 15 Jahren und Encepur Kinder für Kinder von 1 bis 11 Jahren. Beide sind inaktivierte Ganzvirus-Impfstoffe.

Quellen: Paul-Ehrlich-Institut 2026, RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a8

Für die Grundimmunisierung sind drei Impfstoffdosen erforderlich. Auffrischimpfungen sind bei fortbestehender Exposition in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich, je nach Alter und verwendetem Impfstoff.

Quellen: RKI 2025

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Moderate Evidenz#a9

Ein Impfschutz sollte möglichst zu Beginn der Zeckensaison aufgebaut sein. Etwa 95 Prozent der Erkrankungen werden in Deutschland in den Monaten Mai bis November gemeldet.

Quellen: STIKO / RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Der ehrliche Kern der Abwägung steht in der Antwort des Robert Koch-Instituts auf genau diese Elternfrage.

Moderate Evidenz#a10

Bei Kindern ist die Gefahr nach Angaben des Robert Koch-Instituts besonders groß, von einer Zecke gestochen zu werden, weil sie sich viel im Freien aufhalten. Da die Impfung den einzigen wirksamen Schutz vor einer Erkrankung darstellt und es im Krankheitsfall keine spezifische Behandlung gibt, sollten Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden; die Impfindikation soll sich bei Kindern ähnlich wie bei Erwachsenen nach dem Expositionsrisiko richten.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a11

Bei Kindern verlaufen die Erkrankungen im Allgemeinen leichter als bei Erwachsenen. In einer 2004 veröffentlichten Auswertung prospektiv erhobener Daten von 1.001 Erkrankten aus Baden-Württemberg wurde der Krankheitsverlauf bei Kindern in etwa 25 von 100 Fällen als schwerwiegend eingestuft, bei Erwachsenen dagegen in 50 von 100 Fällen. Über neurologische Folgeschäden wurde bei Kindern deutlich seltener berichtet, in etwa 2 von 100 Fällen gegenüber 30 bis 40 von 100 bei Erwachsenen.

Quellen: RKI 2026, RKI 2025

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Moderate Evidenz#a12

Schwere Verläufe kommen selten auch bei Kindern vor. Im Einzelfall kann nicht vorhergesagt werden, ob eine Infektion mild oder schwerer verläuft.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Was die Impfung ausrichtet, lässt sich aus den Meldedaten nur indirekt ablesen. Die folgende Zahl beschreibt den Impfstatus der Erkrankten; sie ist keine gemessene Wirksamkeit der Impfung.

Moderate Evidenz#a13

Die Mehrzahl der 2025 übermittelten Erkrankten, 98 von 100, war gar nicht oder unzureichend geimpft: Die Grundimmunisierung war unvollständig oder Auffrischimpfungen fehlten. Das Robert Koch-Institut schließt daraus, dass ein hoher Anteil der auftretenden Erkrankungen wahrscheinlich durch eine Steigerung der Impfquoten verhindert werden könnte, insbesondere in Risikogebieten mit hoher Erkrankungshäufigkeit.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a14

Die zugelassenen Impfstoffe sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts gegen die drei relevanten Virussubtypen wirksam, den europäischen, den fernöstlichen und den sibirischen Subtyp.

Quellen: RKI 2025

Einspruch oder Ergänzung

Wie selten die Krankheit ist, gehört zur Abwägung dazu.

Moderate Evidenz#a15

Im Jahr 2025 wurden in ganz Deutschland 693 Erkrankungen an Frühsommer-Meningoenzephalitis übermittelt. Das ist die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 und entspricht etwa dem Wert des Vorjahres mit 695 Erkrankungen.

Quellen: RKI 2026

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Moderate Evidenz#a16

Bei 57 von 100 der 2025 übermittelten Fälle wurde ein klinisches Bild mit neurologischen Manifestationen angegeben. Eine 2023 erschienene Studie zeigte nach Angaben des Robert Koch-Instituts, dass dieser Anteil in den Routinemeldedaten unterschätzt wird: etwa 50 von 100 in den Meldedaten gegenüber 84 von 100 bei einer aktiven Nacherfassung.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a17

Im Jahr 2025 wurden keine Todesfälle aufgrund einer Erkrankung an Frühsommer-Meningoenzephalitis übermittelt; im Jahr 2024 waren es drei.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a18

Die durchschnittliche Erkrankungshäufigkeit steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an und ist bei männlichen Personen höher als bei weiblichen.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a19

Ein hoher Anteil der Infektionen, etwa 70 bis 95 von 100, verläuft ohne Symptome, oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus. Bei etwa 1 von 100 Erkrankten führt die Erkrankung zum Tod.

Quellen: RKI 2025

Einspruch oder Ergänzung

Die Angabe von etwa 1 von 100 steht im Ratgeber des Robert Koch-Instituts und ist eine allgemeine Literaturangabe zur Sterblichkeit der Erkrankung. Die deutschen Meldedaten der letzten beiden Jahre liegen darunter: drei Todesfälle bei 695 übermittelten Erkrankungen im Jahr 2024, keiner bei 693 Erkrankungen im Jahr 2025. Beide Angaben sind richtig; sie stammen aus verschiedenen Quellen und beschreiben Verschiedenes.

Was nicht hilft

Moderate Evidenz#a20

Zu einer Impfung gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts keine vergleichbar effektive alternative Präventionsmaßnahme gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Das ist der Satz, an dem viele Elternratgeber vorbeigehen: Zeckenschutz durch lange Kleidung und gründliches Absuchen nach dem Spielen ist sinnvoll, ersetzt aber nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts die Impfung nicht.

Moderate Evidenz#a21

Nach einem naturnahen Aufenthalt in Gebieten mit Zeckenvorkommen empfiehlt das Robert Koch-Institut, den Körper sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Insbesondere bei Kindern können die Zecken am Haaransatz sitzen.

Quellen: RKI 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a22

Neben dem Zeckenstich ist die Übertragung sehr selten auch durch den Verzehr virusinfizierter Rohmilch von Ziegen oder Schafen möglich, in Ausnahmefällen auch von Kühen. Der Verzehr nichtpasteurisierter Milch und Milchprodukte von Tieren aus Gebieten, in denen das Virus vorkommt, sollte nach Angaben des Robert Koch-Instituts deshalb vermieden werden.

Quellen: RKI 2025

Einspruch oder Ergänzung

Rohmilch und Rohmilchprodukte gehören ohnehin nicht auf den Teller eines Kleinkinds; das steht in der Antwort dazu, was im ersten Jahr nicht gegessen werden soll.

Wenn ihr nicht in einem Risikogebiet lebt und auch nicht dorthin fahrt, greift die Empfehlung der Ständigen Impfkommission nicht: Sie ist ausdrücklich an die Exposition geknüpft und nicht an das Alter.

Was schadet

Auch diese Impfung hat Reaktionen, und sie sind bei den Jüngsten am häufigsten.

Moderate Evidenz#a23

Fieber über 38 Grad Celsius kann nach der Impfung bei etwa 15 von 100 der ein- bis zweijährigen Kinder und bei 5 von 100 der drei- bis elfjährigen Kinder auftreten, besonders nach der ersten Impfung.

Quellen: RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Das ist die Größe, die in der Abwägung gegen das Erkrankungsrisiko steht, und der Grund, warum die Empfehlung nicht pauschal für alle Kleinkinder gilt.

Wenn eine Impfserie einmal begonnen ist, schadet eine Lücke darin nicht.

Moderate Evidenz#a24

Nach Auffassung der Ständigen Impfkommission gilt auch für die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis der Grundsatz „jede Impfung zählt“: Eine einmal begonnene Grundimmunisierung kann zu jeder Zeit fortgesetzt werden, und es muss keine erneute Grundimmunisierung erfolgen. Eine unterbrochene Grundimmunisierung soll mit den fehlenden Impfstoffdosen abgeschlossen werden.

Quellen: STIKO / RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Zu Dosierungen sagen wir hier nichts über das hinaus, was die amtlichen Empfehlungen selbst nennen. Welcher der beiden Kinderimpfstoffe verwendet wird und in welchen Abständen, richtet sich nach der Fachinformation und entscheidet die Kinderarztpraxis.

Quellen

  1. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 · STIKO / RKI, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  2. Schutzimpfung gegen FSME: Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Impfempfehlung · RKI, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-07
  3. FSME-Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2026), Epidemiologisches Bulletin 9/2026 · RKI, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-07
  4. RKI-Ratgeber Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) · RKI, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-07
  5. FSME-Impfstoffe: in Deutschland zugelassene Impfstoffe und ihre Altersangaben · Paul-Ehrlich-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-07
  6. S3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), Langfassung · DGKJ / AWMF, 2025 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
  7. Fieber bei Babys und Kindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
  8. DGKJ-Elterninformation: Mein Kind hatte einen Fieberkrampf · DGKJ / Gesellschaft für Neuropädiatrie, 2018 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05

Versionshistorie

  • v5 · 10. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v4 · 8. September 2026 · Freigabe-Anhang A Punkt 5-03: pubmed_suche eingetragen (Cluster Impfen, sich jährlich änderndes Risikogebiet) (Redaktion)
  • v3 · 8. September 2026 · Konsistenzlauf nach der Ausweitung auf 0 bis 3 Jahre: Querverweise auf ant-0037 und ant-0001 (Redaktion)
  • v2 · 8. September 2026 · Überarbeitung nach Evidenz-Review 2026-09-07 (Redaktion)
  • v1 · 7. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 10. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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