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Stand: 09.09.2026 · Version 3
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Ernährung
Wie lange braucht mein Baby Vitamin D und Fluorid?
Vitamin D bekommt dein Baby täglich bis zum zweiten erlebten Frühsommer, je nach Geburtszeitpunkt also etwa 12 bis 18 Monate lang. Fluorid gehört von Anfang an dazu, ab dem ersten Milchzahn aber wahlweise als Tablette oder als fluoridhaltige Zahnpasta, denn beides zusammen ist nicht vorgesehen.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Was nachweislich hilft
Vitamin D und Fluorid sind die beiden Nährstoffe, die gesunde Säuglinge in Deutschland über das erste Lebensjahr hinweg dauerhaft zusätzlich bekommen sollen. Dazu kommt Vitamin K, das aber nicht täglich, sondern bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen gegeben wird.
Die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben sagen: „Jeder Säugling soll zusätzlich zur Muttermilch oder Säuglings(milch)nahrung Vitamin K, Vitamin D und Fluorid erhalten.“
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Wir nennen hier Mengen, weil und soweit die amtlichen Empfehlungen sie selbst nennen. Über sie hinaus sagen wir nichts.
Für Vitamin K gilt: „Es sollen 3-mal 2 mg Vitamin K als Tropfen bei den Vorsorgeuntersuchungen U1, U2 und U3 gegeben werden.“ In besonderen Situationen kann das Vitamin alternativ einmalig als Injektion ärztlich verabreicht werden.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Für Vitamin D lautet die Empfehlung: täglich 400 bis 500 Internationale Einheiten (10 bis 12,5 Mikrogramm) als Tablette oder Tropfen bis zum erlebten zweiten Frühsommer, je nach Geburtszeitpunkt also für etwa 12 bis 18 Monate, bis eine stärkere körpereigene Vitamin-D-Bildung bei Sonnenlicht einsetzt. Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin nennt dieselbe Dosis und dieselbe Dauer.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024, Ernährungskommission der DGKJ / DGKED 2018
Begonnen wird mit Vitamin D und Fluorid nach den Handlungsempfehlungen zur Kariesprävention „ab Geburt, in der Regel ab der zweiten Lebenswoche“.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021
Bis zum Durchbruch des ersten Milchzahns soll täglich ein Kombinationspräparat mit 0,25 mg Fluorid und 400 bis 500 Internationalen Einheiten Vitamin D in Tablettenform gegeben werden.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Ab dem ersten Zahn wird die Frage praktisch: Tablette oder Zahnpasta. Die Empfehlung lässt dir die Wahl, aber sie will genau eine der beiden Möglichkeiten.
Ab Zahndurchbruch soll eine von zwei Möglichkeiten gewählt werden. Möglichkeit 1: täglich ein Kombinationspräparat mit 400 bis 500 Internationalen Einheiten Vitamin D und 0,25 mg Fluorid, wobei die Zähne ohne oder mit einer geringen Menge fluoridfreier Zahnpasta geputzt werden. Möglichkeit 2: die Zähne werden bis zu zweimal täglich mit jeweils bis zu 0,125 g, also einer reiskorngroßen Menge, Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid geputzt, dazu täglich 400 bis 500 Internationale Einheiten Vitamin D als Supplement.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024, Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021
Die Handlungsempfehlungen zur Kariesprävention sagen dazu ausdrücklich: „Fluoridhaltige Zahnpasta und Fluoridtabletten sollen nicht in Kombination verwendet werden.“
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021
Im Alter von 12 bis unter 24 Monaten sollen die Zähne zweimal täglich mit jeweils bis zu 0,125 g (reiskorngroße Menge) Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid geputzt werden.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021, Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Für das Alter von 24 bis 72 Monaten heißt es in derselben Quelle: „Die Zähne des Kindes sollen 2-mal täglich mit jeweils bis zu 0,25 g (erbsengroße Menge) Zahnpasta (mit 1000 ppm Fluorid) geputzt werden.“
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021
Für Vitamin D gilt die Empfehlung, weil der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch meist gering ist und Säuglinge wegen ihrer empfindlichen Haut nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden sollen. Die körpereigene Bildung in der Haut, die sonst den größten Teil des Bedarfs deckt, fällt in diesem Alter also weitgehend aus.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Was nicht hilft
Für gesunde Kinder endet die Vitamin-D-Prophylaxe mit dem zweiten Lebensjahr, und auch das Messen bringt nichts.
Die gemeinsame Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie schließt: „Aufgrund der vorliegenden Studienlage kann auch bei Vitamin-D-Serum-Konzentrationen unterhalb der Referenzwerte eine generelle Vitamin-D-Supplementierung für Kinder im Alter > 2 Lebensjahre ohne Risikofaktoren und ohne chronische Erkrankungen, die potenziell mit Störungen der Kalzium- oder Vitamin-D-Resorption einhergehen, nicht empfohlen werden.“
Ungezielte Bestimmungen der Vitamin-D-Konzentration im Blut bei gesunden Kindern ohne Risikofaktoren für einen Mangel werden von denselben Fachgesellschaften nicht empfohlen.
Dieselbe Stellungnahme hält fest: 25-OH-Vitamin-D-Serum-Konzentrationen unter 20 ng/ml stellen für sich allein noch keine Indikation zu einer Vitamin-D-Supplementierung dar, wenn keine Risikofaktoren aus ihrer Tabelle 2 vorliegen.
Was schadet
Zu viel Fluorid ist ein echtes, wenn auch seltenes Problem. Deshalb ist die Empfehlung ein Entweder-oder und kein Sowohl-als-auch.
Bei einer Überdosierung von Fluorid kann es zu Dentalfluorosen in den bleibenden Zähnen kommen. Säuglinge und Kleinkinder haben bedingt durch die Zahnentwicklung ein erhöhtes Risiko dafür.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024, Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021
Als tolerierbare Tageshöchstmenge aus allen Quellen zusammen, also Wasser, Zahnpasta und Nahrung, nennt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024, Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a. 2021
Säuglinge und Kleinkinder können Zahnpasta noch nicht ausspucken und verschlucken sie zum Teil. Deshalb sollen die Eltern die Zahnpasta in korrekt dosierter Menge auftragen.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Bei korrekter Umsetzung der Empfehlungen, sorgfältiger Einhaltung der Zahnpastamenge und einem Trinkwasserfluoridgehalt unter 0,3 mg pro Liter ist nach Angabe der Handlungsempfehlungen keine Überschreitung der tolerierbaren Tageshöchstmenge zu erwarten.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Die Handlungsempfehlungen knüpfen daran eine Bedingung: „Wird Wasser (Trinkwasser, Mineralwasser) mit einem Fluoridgehalt von 0,3 mg/l oder mehr zur Zubereitung der Säuglings(milch)nahrung verwendet, soll ein Supplement mit Vitamin D ohne Fluorid gegeben werden. Dies betrifft Säuglinge, die ausschließlich oder überwiegend mit Säuglings(milch)nahrung ernährt werden.“ In diesen Fällen soll für das Zähneputzen entweder nur einmal täglich eine reiskorngroße Menge (0,125 g) fluoridhaltige Zahnpasta oder eine fluoridfreie Zahnpasta angewandt werden.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024
Den Fluoridgehalt findest du auf dem Etikett des Mineralwassers oder bei deinem Wasserversorger. Zur genauen Wahl des Präparats und zur Umsetzung im Alltag sagen wir hier nichts über die amtlichen Empfehlungen hinaus. Welches Präparat dein Kind bekommt, verordnet die Kinderarztpraxis.
Quellen
- Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen 2024: Teilaktualisierte Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1007/s00112-024-02014-7 · abgerufen 2026-09-05
- Vitamin-D-Supplementierung jenseits des zweiten Lebensjahres: Gemeinsame Stellungnahme der Ernährungskommission der DGKJ und der DGKED · Ernährungskommission der DGKJ / DGKED, 2018 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1007/s00112-018-0502-6 · abgerufen 2026-09-05
- Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter: Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) mit DGZMK, DGKiZ, DGKJ u. a., 2021 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1007/s00112-021-01167-z · abgerufen 2026-09-05
Versionshistorie
- v3 · 9. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v2 · 8. September 2026 · Konsistenzlauf nach der Ausweitung auf 0 bis 3 Jahre: Querverweis auf ant-0047 (Redaktion)
- v1 · 5. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
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