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Stand: 09.09.2026 · Version 5
Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.
Impfen
Welche Impfreaktionen sind nach der Masern-Mumps-Röteln-Impfung normal, und wann sollte ich zum Arzt?
Fieber und ein flüchtiger Ausschlag ein bis zwei Wochen nach der Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind normale Impfreaktionen und gehen von selbst wieder weg. Ärztlich abklären lassen solltest du einen Krampfanfall, Fieber über drei Tage, punktförmige Blutungen in der Haut oder ein Kind, das teilnahmslos wirkt.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Normalbereich
Die erste Masern-Mumps-Röteln-Impfung ist im Alter von 11 Monaten empfohlen, bei Besuch einer Kita bereits ab dem Alter von 9 Monaten. Die zweite Impfung folgt im Alter von 15 Monaten. Sofern die Erstimpfung im Alter von 9 bis 10 Monaten erfolgte, muss die zweite Impfung nach Angaben der Ständigen Impfkommission bereits zu Beginn des zweiten Lebensjahres gegeben werden.
Quellen: RKI 2025, STIKO / RKI 2026
Anders als bei den Totimpfstoffen kommen die Reaktionen nicht in den ersten Tagen, sondern erst in der zweiten Woche.
Etwa 5 bis 15 von 100 geimpften Kindern bekommen zwischen dem 7. und dem 12. Tag nach der Impfung mäßiges bis hohes Fieber. Es hält ein bis zwei Tage an.
Bei etwa 5 von 100 geimpften Kindern tritt in der zweiten Woche nach der Impfung ein flüchtiger Ausschlag auf, die sogenannten Impfmasern. Er ist mild, dauert ein bis drei Tage und ist nicht ansteckend.
Häufig treten an der Einstichstelle Rötung, Schwellung und Schmerzen für ein bis drei Tage auf, dazu können Kopfschmerzen und Mattigkeit kommen. Alle diese Reaktionen sind nach der ersten Impfung häufiger als nach der zweiten.
Quellen: RKI 2024
Was dahintersteckt
Dein Kind macht nach der Impfung eine sehr milde, künstliche Auseinandersetzung mit dem Erreger durch, und die braucht Zeit. Deshalb kommen Fieber und Ausschlag erst nach einer Woche und nicht am Impftag.
Der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff, der abgeschwächte, vermehrungsfähige Viren enthält. Die abgeschwächten Masern- und Mumps-Impfviren können nicht auf Kontaktpersonen übertragen werden.
Quellen: RKI 2025
Die häufigste Sorge von Eltern ist der Fieberkrampf.
Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhöht in den ein bis zwei Wochen nach der Impfung die Wahrscheinlichkeit eines Fieberkrampfs. Das zusätzliche, durch die Impfung bedingte Risiko liegt bei 1 Fall pro 1.150 bis 1 Fall pro 1.700 verabreichten Impfdosen.
Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, RKI 2024
Das Robert Koch-Institut nennt an anderer Stelle eine ältere Zahl. Sie beruht auf einer anderen Auswertung und lässt sich mit der Zahl aus der Cochrane-Übersicht nicht direkt verrechnen.
In einer Zusammenstellung des Robert Koch-Instituts von 2017 erleiden nach der Masern-Mumps-Röteln-Impfung 25 bis 35 von 100.000 geimpften Kindern einen Fieberkrampf.
Quellen: RKI 2017
Fieberkrämpfe nach einer Impfung unterscheiden sich nicht von Fieberkrämpfen anderer Ursache und sind nicht lebensbedrohlich. Kinder, die nach einer Impfung einen Fieberkrampf bekommen, haben später kein erhöhtes Risiko für ein Krampfleiden oder eine neurologische Entwicklungsstörung.
Quellen: RKI 2017
Schwere unerwünschte Wirkungen sind selten. Zwei davon lassen sich beziffern.
Eine vorübergehende Störung der Blutplättchen tritt nach etwa 1 von 40.000 verabreichten Impfdosen auf. Sie ist damit deutlich seltener als nach einer echten Masernerkrankung.
Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, RKI 2024
Eine schwere allergische Reaktion wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 1 bis 4 von 1 Million Impfungen beobachtet. Diese Zahl beruht auf gemeldeten Verdachtsfällen, nicht auf einer systematischen Übersicht.
Ein Zusammenhang zwischen der Masern-Mumps-Röteln-Impfung und Autismus besteht nicht. Das Ergebnis der Cochrane-Übersicht dazu stammt aus zwei Beobachtungsstudien mit 1.194.764 Kindern: Das Verhältnis der Autismusraten zwischen geimpften und ungeimpften Kindern lag bei 0,93 mit einem Vertrauensbereich von 0,85 bis 1,01, ein Unterschied ist damit nicht nachweisbar.
Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, RKI 2024
Rund um den Impftermin werden Eltern oft homöopathische Mittel zur Impfbegleitung angeboten.
Homöopathische Mittel sind untersucht worden, und zwar in großer Zahl: Für keine Krankheit liegt ein belastbarer, reproduzierbarer Nachweis einer Wirkung über den Placeboeffekt hinaus vor. Gemeint ist damit ein Befund aus geprüften Studien, nicht eine offene Forschungslücke; eine homöopathische Impfbegleitung kann Impfreaktionen daher nicht nachweislich mildern.
Quellen: European Academies Science Advisory Council (EASAC) 2017
Quellen
- Faktenblatt zum Impfen: Masern-(Mumps-Röteln-)Impfung · RKI, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 · STIKO / RKI, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
- RKI-Ratgeber Masern · RKI, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Vaccines for measles, mumps, rubella, and varicella in children (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2021 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD004407.pub5 · abgerufen 2026-09-05
- Fieberkrampf nach Impfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten · RKI, 2017 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Homeopathic products and practices: assessing the evidence and ensuring consistency in regulating medical claims in the EU · European Academies Science Advisory Council (EASAC), 2017 · Amtliche Empfehlung · Stufe 2: systematischer Review · abgerufen 2026-09-05
- S3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), Langfassung · DGKJ / AWMF, 2025 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Fieber bei Babys und Kindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- DGKJ-Elterninformation: Mein Kind hatte einen Fieberkrampf · DGKJ / Gesellschaft für Neuropädiatrie, 2018 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
Versionshistorie
- v5 · 9. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v4 · 8. September 2026 · Freigabe-Anhang A Punkt 9a: phase von Hand auf baby gesetzt, weil die Frage „mein Baby“ sagt, bewusste Abweichung von der Rechenregel (Redaktion)
- v3 · 8. September 2026 · Konsistenzlauf nach der Ausweitung auf 0 bis 3 Jahre: Querverweis auf ant-0037 (Redaktion)
- v2 · 8. September 2026 · MMR-Ausnahme bei Erstimpfung mit 9 bis 10 Monaten nach Review 2026-09-07 ergänzt (Redaktion)
- v1 · 5. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
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