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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/ist-es-normal-dass-mein-zweijaehriges-kind-nachts-noch-aufwacht

Stand: 10.09.2026 · Version 3

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Schlaf

Ist es normal, dass mein zweijähriges Kind nachts noch aufwacht?

Ist das normal?Moderate EvidenzAlter: 12 bis 36 MonateGeprüft am 10. September 2026

Ja: Bei Ein- bis Zweijährigen reicht der Referenzbereich des nächtlichen Aufwachens in einer systematischen Übersicht von 0 bis 2,5 Mal pro Nacht, und fast ein Viertel aller Kleinkinder tut sich mit dem Wiedereinschlafen schwer. Regelmäßiges Schnarchen und im Schlaf beobachtete Atempausen gehören dagegen kinderärztlich abgeklärt.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Normalbereich

Nächtliches Aufwachen hört nicht mit dem ersten Geburtstag auf. Es wird seltener, aber es verschwindet bei vielen Kindern noch lange nicht.

Moderate Evidenz#a1

Eine systematische Übersicht von 34 Beobachtungsstudien fasste für das nächtliche Aufwachen vier Altersbänder bis zwei Jahre zusammen. Bei Ein- bis Zweijährigen reichte der Referenzbereich von 0 bis 2,5 Mal pro Nacht; die Übersicht gibt Mittelwerte und dazu Bereiche von plus minus 1,96 Standardabweichungen an, die Untergrenze 0 ist also errechnet und nicht die kleinste gemessene Zahl.

Quellen: Sleep Medicine Reviews 2012

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Moderate Evidenz#a2

Dieselbe Übersicht errechnete für das Kleinkind- und Vorschulalter eine mittlere Gesamtschlafdauer von 11,9 Stunden mit einem Bereich von 9,9 bis 13,8 Stunden. Die Referenzwerte stammen aus Fragebogen- und Tagebuchdaten mehrerer Länder und sind deshalb als globale Normwerte zu lesen.

Quellen: Sleep Medicine Reviews 2012

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Dieselben Zahlen zum nächtlichen Aufwachen stehen auch in der Antwort zum Durchschlafen im ersten Jahr; es ist dieselbe Übersicht.

Moderate Evidenz#a3

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt: „Fast ein Viertel aller Kleinkinder hat Probleme mit dem nächtlichen Durchschlafen – genauer gesagt mit dem Wiedereinschlafen.“

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

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Damit ist ein zweijähriges Kind, das nachts wach wird, kein Ausreißer. Es liegt in einem Bereich, in dem sich ein großer Teil aller Kinder befindet. Für die Abgrenzung nach oben gibt es eine Definition.

Moderate Evidenz#a4

Die aktuelle S2k-Leitlinie zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter hält fest, dass zur Diagnose von Schlafstörungen die Kriterien der DC: 0-5 verwendet werden sollen; diese Empfehlung trägt eine Konsensstärke von 100 Prozent. Danach ist die Durchschlafstörung durch häufiges oder längeres Erwachen in den meisten Nächten bei einem Mindestalter von acht Monaten definiert. Wie bei der Einschlafstörung muss die Störung mindestens vier Wochen bestehen, darf nicht durch eine Erkrankung bedingt sein und muss beeinträchtigend wirken.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) / AWMF 2024

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Diese Definition nennt keine Zahl von Aufwachvorgängen. Sie fragt danach, wie lange das Aufwachen schon anhält und ob es beeinträchtigt.

Moderate Evidenz#a5

In einer prospektiven Geburtskohorte mit 359 Mutter-Kind-Paaren, deren Mütter im Alter von 6, 12, 24 und 36 Monaten befragt wurden, gaben zu jedem dieser Zeitpunkte 10 Prozent der Mütter an, ihr Kind habe ein Schlafproblem.

Quellen: Pediatrics 2012

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Moderate Evidenz#a6

Von den Kindern derselben Kohorte, die im Säuglingsalter ein Schlafproblem hatten, hatten 21 Prozent auch im dritten Lebensjahr eines, gegenüber 6 Prozent der Kinder ohne Schlafproblem im Säuglingsalter.

Quellen: Pediatrics 2012

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Moderate Evidenz#a7

Nicht mit einem elternberichteten Schlafproblem verbunden waren in derselben Kohorte der Tagesschlaf, der Schlafort und das Schnarchen.

Quellen: Pediatrics 2012

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Die Zahlen sagen zweierlei. Der Anteil der Kinder mit Schlafproblemen bleibt über die ersten drei Jahre etwa gleich groß, aber es sind nicht immer dieselben Kinder. Bei einem Teil zieht sich das Problem durch. Dass das Schnarchen dort nicht mit einem berichteten Schlafproblem zusammenhing, heißt nicht, dass es harmlos ist: Gemessen wurde, was Eltern als Problem wahrnehmen, nicht der ärztliche Befund. Warum regelmäßiges Schnarchen trotzdem abgeklärt gehört, steht weiter unten.

Schwache Evidenz#a8

In der norwegischen Mutter-Kind-Kohorte wurden 55.831 Elternangaben zum Schlaf zwischen 6 und 18 Monaten ausgewertet. Nächtliches Aufwachen und Schlafdauer nahmen insgesamt ab, die Dauerhaftigkeit der Schlafprobleme war jedoch hoch und hing vom früheren Schlafverhalten und von der Schlafumgebung ab.

Quellen: Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics 2014

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Moderate Evidenz#a9

Zwei finnische Geburtskohorten beschreiben die Schlafentwicklung bis 24 Monate: Die Kohorte CHILD-SLEEP erhob mit 3, 8, 18 und 24 Monaten (1.427, 1.301, 1.163 und 950 Kinder), die Kohorte Finnbrain mit 6 und 12 Monaten (2.002 und 1.693 Kinder). Die Schlafqualität schwankt vor allem in den ersten beiden Lebensjahren stark, diese Streuung nimmt zum zweiten Lebensjahr hin deutlich ab, und der Nachtschlaf wird im zweiten Lebensjahr zusammenhängender.

Quellen: Sleep Medicine 2020

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Moderate Evidenz#a10

Für das Alter von zwei Jahren nennt dieselbe Arbeit als Referenzwerte im Mittel 0,9 nächtliche Aufwachvorgänge pro Nacht und im Mittel sechs Minuten Wachzeit zwischen 0 und 6 Uhr. 28,4 von 100 Zweijährigen wachten weiterhin jede oder fast jede Nacht auf, und 14,9 von 100 hatten mindestens zwei nächtliche Aufwachvorgänge, bei denen sie Hilfe beim Wiedereinschlafen brauchten.

Quellen: Sleep Medicine 2020

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Moderate Evidenz#a11

Von Eltern berichtete Schlafprobleme kamen in denselben Kohorten über den gesamten Zeitraum häufig vor; mit 24 Monaten waren es 21,6 von 100 Kindern, der höchste Wert lag mit 39,7 von 100 bei acht Monaten. Als schwerwiegend beschrieben die Eltern die Probleme nur bei einer kleinen Minderheit.

Quellen: Sleep Medicine 2020

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Die norwegischen Daten enden mit 18 Monaten und sind deshalb auf ein zweijähriges Kind nur eingeschränkt übertragbar; wir führen sie darum als schwachen Beleg. Die finnischen Kohorten reichen bis 24 Monate und zeigen dasselbe Bild: Die Streuung wird kleiner, die Sorge der Eltern bleibt.

Was dahintersteckt

Die naheliegende Sorge lautet: Schadet der unterbrochene Schlaf der Entwicklung? Dazu gibt es eine Untersuchung, die den Schlaf im ersten Lebensjahr und die Entwicklung bis 36 Monate zusammen betrachtet hat.

Schwache Evidenz#a12

In einer Längsschnittkohorte mit 388 Kindern fand sich kein Zusammenhang zwischen Durchschlafen und der geistigen oder motorischen Entwicklung, gemessen mit den Bayley-Skalen im Alter von 6, 12 und 36 Monaten, und auch keiner mit der Stimmung der Mütter. Gemessen wurde der ununterbrochene Schlaf mit 6 und mit 12 Monaten.

Quellen: Pediatrics 2018

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Schwache Evidenz#a13

Durchschlafen war in derselben Kohorte dagegen mit einer deutlich niedrigeren Stillrate verbunden. Welche Richtung dieser Zusammenhang hat, sagt die Studie nicht.

Quellen: Pediatrics 2018

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Das ist eine Beobachtungsstudie, keine Interventionsstudie. Sie zeigt, dass die Kinder, die im ersten Lebensjahr nicht durchschliefen, sich nicht schlechter entwickelten, und nicht, dass Aufwachen gut ist. Über das nächtliche Aufwachen eines zweijährigen Kindes sagt sie nichts: Der Schlaf wurde mit 6 und mit 12 Monaten erhoben. Eine Untersuchung, die das nächtliche Aufwachen mit zwei Jahren misst und die spätere Entwicklung dazu, haben wir nicht gefunden.

Schwache Evidenz#a14

In der norwegischen Kohorte war das Teilen des Bettes ein eigenständiger und mit dem Ausmaß ansteigender Vorhersagefaktor für nächtliches Aufwachen und kurze Schlafdauer, auch nachdem das frühere Schlafverhalten herausgerechnet worden war. Stillen war mit gleichzeitigem nächtlichem Aufwachen verbunden, mit späterem nächtlichem Aufwachen aber nicht negativ verbunden.

Quellen: Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics 2014

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Schwache Evidenz#a15

Die Autorengruppe zieht daraus den Schluss, ihre Befunde stützten die geltenden Empfehlungen, das Teilen des Bettes zu verringern, um den Schlaf von Säuglingen zu verbessern.

Quellen: Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics 2014

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Das ist ein Zusammenhang, keine Ursache. Ob Kinder häufiger aufwachen, weil sie das Bett teilen, oder ob Eltern das Bett teilen, weil ihr Kind häufig aufwacht, lässt sich aus diesen Daten nicht sagen. Ein Effektmaß nennt die Arbeit im zugänglichen Abstract nicht, und der Volltext liegt hinter einer Bezahlschranke; wie stark der Zusammenhang ist, können wir deshalb nicht sagen. Die Autorengruppe spricht außerdem über Säuglinge zwischen 6 und 18 Monaten, nicht über Zweijährige. Ob das Familienbett dem Kind schadet, ist eine eigene Frage; die Antwort dazu steht in diesem Cluster und beschreibt eine offene Evidenzlage.

Moderate Evidenz#a16

Die Amerikanische Akademie für Schlafmedizin empfiehlt für Kinder von einem bis zwei Jahren 11 bis 14 Stunden Schlaf pro 24 Stunden einschließlich des Tagesschlafs und für Kinder von drei bis fünf Jahren 10 bis 13 Stunden. Die Empfehlung beruht auf einer systematischen Durchsicht von 864 Arbeiten und dem anschließenden Konsens eines Panels von 13 Fachleuten in einem strukturierten Abstimmungsverfahren.

Quellen: Journal of Clinical Sleep Medicine (American Academy of Sleep Medicine) 2016

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Moderate Evidenz#a17

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit hält für dieses Alter fest: „Aber auch in diesem Alter sind Abweichungen von bis zu zwei Stunden völlig normal.“

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

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Wie der Mittagsschlaf in diese Rechnung hineinspielt, steht in der Antwort zum Mittagsschlaf in diesem Cluster.

Quellen

  1. Normal sleep patterns in infants and children: a systematic review of observational studies · Sleep Medicine Reviews, 2012 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/j.smrv.2011.06.001 · abgerufen 2026-09-05
  2. Probleme des kindlichen Schlafs · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  3. S2k-Leitlinie Psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter (AWMF 028-041), Version 2.1 · Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) / AWMF, 2024 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-10
  4. Prevalence, patterns, and persistence of sleep problems in the first 3 years of life · Pediatrics, 2012 · Kohortenstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1542/peds.2011-0372 · abgerufen 2026-09-08
  5. Trajectories and predictors of nocturnal awakenings and sleep duration in infants · Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics, 2014 · Kohortenstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1097/DBP.0000000000000064 · abgerufen 2026-09-08
  6. Normal sleep development in infants: findings from two large birth cohorts · Sleep Medicine, 2020 · Kohortenstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1016/j.sleep.2020.01.009 · abgerufen 2026-09-08
  7. Uninterrupted Infant Sleep, Development, and Maternal Mood · Pediatrics, 2018 · Kohortenstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1542/peds.2017-4330 · abgerufen 2026-09-05
  8. Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations: A Consensus Statement of the American Academy of Sleep Medicine · Journal of Clinical Sleep Medicine (American Academy of Sleep Medicine), 2016 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.5664/jcsm.5866 · abgerufen 2026-09-08
  9. Von Schlafbedarf und Schlafdauer · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  10. Mein Kind schnarcht fast jede Nacht. Muss man etwas dagegen tun? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  11. Hinweise für Notfallsituationen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08

Versionshistorie

  • v3 · 10. September 2026 · Definition der Durchschlafstörung in a4 auf die geltende S2k-Leitlinie 028-041 (Stand 01.07.2024, gültig bis 30.06.2029) umgestellt; die bisherige Fassung mit festen Zahlen ging über die Elternseite des Bundesinstituts auf die S1-Leitlinie 028-012 zurück, deren Gültigkeit am 30.06.2023 abgelaufen ist, und freigegeben (Redaktion)
  • v2 · 8. September 2026 · Überarbeitung nach Evidenz-Review: Altersübertragung aus Hysing und Pennestri benannt und Grade gesenkt, Kurzantwort umgestellt, finnische Kohorten und Referenzwerte korrigiert, Schlussfolgerungen der Quellen ergänzt (Redaktion)
  • v1 · 7. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

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